Wissenschaft

Berufsfeld Wissenschaft

Viele Geisteswissenschaftler streben eine Karriere in der Wissenschaft, also an der Universität, in der Lehre und Forschung an. Der Weg in die Karriere in der Wissenschaft birgt viele Herausforderungen, verläuft jedoch meist in einem Muster. In diesem Beitrag stellen wir euch deshalb einmal den Werdegang in die Wissenschaft vor – vom Masterstudium bis hin zur Habilitation.

Deine Karriere in der Wissenschaft

Bevor du dich für den Beruf eines Dozenten oder generell für die Karriere in der Wissenschaft bzw. an der Universität entscheidest, muss dir bewusst sein, dass die Forschung als auch die Lehre Einheiten an Universitäten bilden. Das bedeutet, dass du dich in der Wissenschaft mit beiden Tätigkeiten befassen musst. Einen guten Einstieg in die Karriere an der Universität bieten Assistenzstellen wie die der wissenschaftlichen Hilfskräfte. Dadurch sammelst du nicht nur wichtige Erfahrungen für deine berufliche Zukunft, sondern kannst bereits während des Studiums bedeutende Kontakte knüpfen. Eine Karriere an der Uni ohne eine Promotion oder Professur (Habilitation) ist jedoch schwierig, da angestellte normalerweise nur befristete Verträge erhalten und so immer wieder nach neuen Möglichkeiten suchen müssen. Hast du allerdings promoviert und gar habilitiert, stehen dir viele Türen offen. Neben einer Karriere an der Universität, kannst du im Bereich der Wissenschaft auch in anderen Forschungsinstitutionen arbeiten.

Promotion

Die Promotion gilt als die wesentliche Voraussetzung für eine Karriere in der Wissenschaft und ist eine selbständig erbrachte wissenschaftliche Forschungsleistung. Eine Promotion ist an dem Institut deines Fachs möglich. Du kannst aber auch ein Graduiertenkolleg oder einen Promotionsstudiengang besuchen. Da eine Promotion viel Zeit und Arbeit in Anspruch nimmt, erweist sich eine Vollzeitbeschäftigung neben der Promotionsarbeit als schwierig. Dies führt zu einer finanziellen Belastung. Es gibt aber einige Finanzierungsmöglichkeiten für Promovierende. Zum einen kannst du ein Darlehen beziehen oder dich für ein Stipendium bewerben. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu arbeiten. Dies verlängert zwar die Zeit der eignen Promotion, bietet dir jedoch den Vorteil, dass du bereits während der Promotion Berufserfahrungen in der Wissenschaft sammeln kannst, indem du z.B. an einem Forschungsprojekt arbeitest oder Seminare für Studierende betreust.

Die Voraussetzung für deine Promotion ist ein abgeschlossenes weiterführendes Studium mit sehr guten Noten. In Ausnahmefällen reicht auch ein Bachelorabschluss. In diesem Fall muss dann allerdings zusätzlich eine Eignungsprüfung abgelegt werden, um im Anschluss zur Promotion zugelassen zu werden.

Eine Promotion dauert im Schnitt 4,5 Jahre und beginnt mit der Themenfindung und der Suche nach einem geeigneten Betreuer. Ist das Thema besprochen, meldest du dich zum Promotionsverfahren an und verfasst anschließend deine Arbeit. Promotionsarbeit in den Geisteswissenschaften haben meist eine Anzahl an Seiten in einem hohen dreistelligen Bereich. Ist die Arbeit verfasst, gibst du sie im Prüfungsamt ab und legst im Anschluss noch eine mündliche Prüfung ab. Nach der Notenvergabe steht die nächste Phase der Promotion an, denn noch hast du den Titel des Doktors nicht! Du musst erstmal die Veröffentlichung deiner Doktorarbeit vorbereiten. Das bedeutet, du überarbeitest sie anhand der Vorschläge deines Betreuers und suchst einen geeigneten Verlag. Ist deine Doktorarbeit veröffentlich, trägst du nun auch offiziell den Doktor-Titel!

Habilitation

Die Habilitation, oder auch Professur, gilt als die hochrangigste Hochschulprüfung in Deutschland. Sie zielt direkt auf eine Karriere an der Universität bzw. in der Wissenschaft ab und kann, wie auch die Promotion, durch verschiedene Mittel wie Stipendien finanziert werden. Die Voraussetzungen für eine mögliche Habilitation werden von der jeweiligen Universität bzw. Fakultät festgelegt. Was jedoch an jeder Universität für eine Habilitation erfüllt sein muss, ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium sowie eine erfolgreiche Promotion und ein Nachweis einer Lehrtätigkeit. Hast du alle Voraussetzungen erfüllt, verläuft die Habilitation ähnlich wie die Promotion. Du verfasst deine Habilitationsschrift in Form einer Monografie oder in Form einer kumulativen Habilitation, die im Anschluss vom Prüfungsausschuss geprüft wird.

Weitere Wege in die Professur bietet eine Juniorprofessur. Die Voraussetzungen für eine Juniorprofessur sind ein Hochschulabschluss, die Promotion und eine pädagogische Eignung. Zudem musst du eine 6-jährige Erfahrung als Dozent nachweisen können. Nach 3 Jahren, also der Hälfte des Juniorprofessur-Programms erfolgt eine Zwischenevaluation. Wenn diese erfolgreich ist, wird das Arbeitsverhältnis, also deine Juniorprofessur, um weitere 3 Jahre verlängert. Anschließend besteht die Möglichkeit einer Dauerprofessur.

Eine weitere Möglichkeit ist das sogenannte Emmy Noether-Programm. Dieses Programm ist entstanden, weil die Deutsche Forschungsgemeinschaft Wissenschaftlern eine frühere wissenschaftliche Selbständigkeit nach der Promotion ermöglichen wollen. Das Programm dauert insgesamt 5 Jahre. In diesen 5 Jahren erwerben die Teilnehmer die Befähigung zu einem Hochschullehrer. In diesem Rahmen leiten sie eine eigene Nachwuchsgruppe, betreuen eigene Doktorranden, erledigen Managementaufgaben und verwalten ihr eigenes Budget. Die Voraussetzung für eine Teilnahme an dem Emmy Noether-Programm ist eine Forschungserfahrung von 2-4 Jahren nach der Promotion.

 

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